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Mut zum Mut



Lieber Leser, vielen Dank für Ihr Interesse an "MUT ZUM MUT"!

Es erwartet Sie eine interessante und facettenreiche Rezension, der ich meine persönlichen Erfahrungen mit Hans R. Beierlein gerne hinten anstellen möchte! 

Buchrezension:

Hans Rudolf Beierlein (* 19. April 1929 in Nürnberg) ist Medienmanager und Musikverleger. 1973 und 1974 organisierte er die Wahlen zur Miss Germany. Bekannt wurde Beierlein als langjähriger Musikmanager von Udo Jürgens. Seit der Trennung von Jürgens Ende der siebziger Jahre konzentriert sich Beierlein auf die volkstümliche Musik, für die er zahlreiche Fernsehshows entwickelt hat (insbesondere Grand Prix der Volksmusik). Ein großer Teil der bekannten Volksmusikinterpreten haben ihre Musikwerke in Beierleins Musikverlag Edition Montana verlegt, der auch über die Musikrechte vieler bekannter Lieder wie Wir lagen vor Madagaskar verfügt. Sein Musikverlag hielt auch als Subverleger für Deutschland die Rechte am Titel Die Internationale. Da der Komponist Degeyter 1932 starb, sind die musikalischen Rechte 2003 erloschen und das Werk gemeinfrei. Im Jahr 2000 versuchte Beierlein ohne Erfolg Wolf Biermann zu einer Textneudichtung für die Internationale zu gewinnen. Gemanagte Künstler: u. a. Udo Jürgens, Heino, Alexandra, Stefanie Hertel, Stefan Mross, Florian Silbereisen, Astrid Harzbecker! 
Quelle: Wikipedia, 2007

Das Buch "Mut zum Mut" erzählt nicht seine Biographie, nicht sein Leben und doch gibt es einen Einblick in seine Tätigkeit, seine Anschauungen, seinen Weg, ja macht die Möglichkeit auf seine Gedanken nachzuvollziehen und zeigt ihn einfach "pur". Das Buch ist gradlinig geschrieben und für den Leser ist es manchesmal fast enttäuschend, dass der Erfolg von Hans R. Beierlein auf so einfachen Grundsätzen aufgebaut zu sein scheint. Seine Gedanken, Ideen und die daraus folgenden Taten sind in der Regel einfach hintereinander gereiht, so klar und logisch und der Weg so selbstverständlich, dass man es manchmal gar nicht glaubt. Spektakulär ist er in der Regel jedenfalls nicht. Auch auf sein Verhältnis zum weiblichen Geschlecht wird eingegangen und der "hemmungslose Frauenfreund" darauf angesprochen.

Man sollte wissen, dass Hans R. Beierlein in seinem Leben das alles, was er erreicht hat nur deshalb erreichte, weil er mutig war. Weil er also MUT hatte. Daher ist einer seiner grundsätzlichen Glaubenssätze: Mut muss der Mensch haben. Mut, um etwas zu bewegen, etwas umzusetzen, etwas in Angriff zu nehmen. Und ggf. auch den Mut, um etwas zu ändern, wenn es "so" nicht mehr geht. Ja, den Mut umzudenken!

Ratgeber ist das Buch keiner, denn wie bereit Günter Tolar bemerkte: "Beierleins Persönlichkeit ist in ihrer Einmaligkeit nicht kopierbar". Wir können dem nur zustimmen. Aber ein wenig "abschauen", das kann ein jeder von uns von ihm.

Seine These: "Es gibt viel zu wenig Menschen, die Mut haben". Stimmt, oder stimmt nicht werden sie jetzt sagen und wir stimmen Ihnen zu. Denn Mut zu haben aus einer Position heraus, wie die der des Hans R. Beierlein, das ist wahrlich nicht schwer. Mut zu haben aus einer Position heraus, wo einem vielleicht das Wasser bis zum Halse steht. Das ist etwas ganz anderes. Aber auch Hans R. Beierlein war nicht immer dort wo er heute steht; dorthin geführt hat ihn sein Weg des Mutes. Heute ist er der Medienmanager, der im Hintergrund die Fäden zieht. Fast überall hat er in der Unterhaltungsbranche die Finger im Spiel.

Im Hause Beierlein in München, einer kleinen Villa - direkt am Englischen Garten gelegen (so beschreibt Tolar) - finden sich an den Wänden über mehrere Stockwerke verteilt Goldene Schallplatten über Goldene Schallplatten und die Platinenen dazwischen. 

Günter Tolar fragt Hans R. Beierlein nach und nach 111 Fragen und erhält von Hans R. Beierlein dafür 111 Antworten, die in der Regel sehr langwierig und weit ausholend ausfallen. 

Fragen wie: "Ist Mut denn noch zeitgemäß" beantwortet Beierlein wie folgt: "Die Misere, in der wir stecken, ist einfach zu beschreiben. Wir haben keinen Mut mehr. ..." Seine Ausführungen laufen weiter bis er das Wort "Scheissdreck" verwendet. Ups ... hat er das wirklich gesagt .... zurück - zurück - zurück ... Tatsächlich ... Es steht dort.

Er verwendet es, wenn er darüber spricht, dass "WIR" seit Jahren dasselbe tun. Hm ... Aber wir fragen uns jetzt! Tun denn nicht nur die "alten Hasen" seit Jahren das gleiche? Gilt es auch für die Jungen? Woher sollen die es besser können? Und ist das was Beierlein als "Scheissdreck" bezeichnet wirklich nichts Wert? War es das nie und die Menschen waren somit nur geblendet? Oder ist es nur inzwischen abgedroschen? Aber wenn dem so ist, warum läuft dann auch noch nach Jahrzehnten im Fernsehen "Der Musikantenstadel" und der "Grand Prix der Volksmusik"? Im übrigen alles Werke aus seiner Feder, so wie dem Buch zu entnehmen ist. Warum setzt er als Erfinder, genialer Kopf nicht alles daran, dass genau diese "alten - und lt. vieler Meinungen - abgedroschenen" Sendungen aus dem Programm genommen werden und erfindet neue? Hm ... Wir werden sehen ... wenn wir weiterlesen. Im Moment kann man nur spekulieren ... Vielleicht liegt es ja am Geld, das bekanntlich ja die Welt regiert und an "diesen alten Geschichten" scheinen ja alle auch noch heute ganz gut zu verdienen, sonst wäre sie vermutlich längst abgesetzt worden, oder? 

Wir kucken mal weiter im Buch! 

Günter Tolar fragt: "Warum ist Mut so selten geworden" und Beierlein antwortet: "Mut ist sicherlich auch immer mit Risiko behaftet". Aber wir gehen ja gar kein Risiko mehr ein. Stimmt es? Und wieder die Frage an uns selbst: "Hat Hans R. Beierlein hier Recht"? ich glaube nicht, dass ihm alle Menschen in Deutschland hier zustimmen wollen. Ich persönlich glaube, dass Risiko im Auge des Betrachters liegt. Denn jeder definiert für sich dieses Wort anders! Was für den einen ein großes Risiko birgt, das ist für den anderen völlig normal. Und auch hier gleich die Frage: "Was ist denn wirklich normal?". Die nächste Frage von Tolar: Gibt es Mut ohne Risiko? Beierlein antwortet für sich aus seiner Position. 

Tolar fragt und Beierlein antwortet in einem regen Frage-/Antwort-Spiel auf viele verschiedene Fragen, die auch immer wieder ein wenig in die Biographie des HRB eingreifen. Der Leser erfährt so die Stationen seines Lebens. Seine Wünsche (was ich einmal werden will) und seinen darauf ausgerichteten Weg (was ich heute bin). 

Beierlein hat mit Sicherheit immer eines mit Bravour gemeistert: "Er hat über seinen Tellerrand geschaut". Nur so lässt sich sein Erfolg erklären. Andrè Heller beschrieb ihn einmal so: Hans R. Beierlein ist eine Art Mensch gewordene Wünschelrute, die bei allen Goldadern des Showbusiness ausschlägt. 

Auf Nachfrage von Tolar woher Beierlein seine Ideen hat, da antwortet dieser mal wieder in seiner saloppen Sprache - etwas zu krass für unsere Begriffe, um es auf diesen Seiten festzuhalten. Aber interessant finden wir wohl, wo er seine Ideen erhält und erfährt. Somit erklärt sich wohl auch (ohne detaillierte Erklärung im Buch), warum er nicht noch einmal verheiratet war. 

Er beschreibt in seinem Buch aufrichtig aus seiner Sicht wie der Hase läuft, wer in seinen Unternehmen das Sagen hat - nämlich er allein. Er schildert die Verbindungen des Showbusiness und wer an den alten Geschichten Interesse hat und gerne wissen möchte wer mit wem wo und wie in Verbindung stand, der kommt hier ganz gut auf seine Kosten. Er spricht von Eintagsfliegen, die das Geschäft braucht und vom "Alles kaufen könne" - evtl. sogar Menschen. 

Die ältere Generation wird beim Lesen weniger Gefallen finden, da die oftmals herbe Ausdrucksweise des Hans R. Beierlein sicherlich nicht bei jedem älteren Semester (oftmals aber auch bei den jungen nicht) gut ankommt. Auch wir hatten so manchesmal zu schlucken beim Lesen; und das obwohl wir ihn ja bereits vorher kannten und wussten was uns vermutlich blüht. 

Jedem, der eine interessante Lektüre sein Eigenen nennen will, der ein wenig hinter den Vorhang des Showgeschäfts blicken und sich verzaubern lassen mag, dem sei dieses Buch wärmstens empfohlen. Es ist unterhaltsam, man lächelt zweifelsohne beim Lesen immer wieder und freut sich gelegentlich auch diebisch über die direkte Art von Hans R. Beierlein. Die Art wie er Dinge gnadenlos auf den Punkt bringt ist beinahe schon filmreif. An ihm ist den großen Parteien ein perfekt rhetorischer Politiker verloren gegangen. Im Bereich Medien ist er sicherlich auch noch heute eine Koryphäe und keinesfalls zu unterschätzen. All diejenigen, die ihn unterschätzen, als alt, gar senil aufgrund seines Alters abtun, all diejenigen lehrt er sicherlich noch heute das Fürchten. Das kann man aus dem Buch deutlich heraushören bzw. lesen. Ein klein wenig verfällt man als Leser in Nostalgie, wenn er zurückschaut und von alten Zeiten erzählt.

Wir alle können von ihm lernen! Er lehrt uns ... Nicht alles, was er sagt, das würden wir blind unterschreiben. Aber er eröffnet uns die Möglichkeit darüber nachzudenken. Und das ist doch schon viel mehr, als viele von uns heute noch tun. Nicht wahr? Lassen wir uns nicht alle gelegentlich einfach nur von der Glotze berieseln ... Ups ... Und hat da auch ein Beierlein die Finger im Spiel - gleich nochmals im Buch nachblättern!? Oder wussten Sie z. B., dass er einst die Fussballrechte der Bundesliga einkaufte, um die Preise für die Fernsehübertragung nach oben zu treiben?

Ein herzliches Dankeschön für den Mut dieses Buch zu verfassen an Hans R. Beierlein, da er sich damit bestimmt nicht nur Freunde schuf. Vor allem aber an Günter Tolar, der die Geduld besaß von Frage 1 bis 111 auf Antworten zu verzichten, die Beierlein nicht geben wollte und diese somit geschickt umschwamm und perfekt auspendelte.

Ein gutes Nachschlagewerk, wenn wir eine Situation haben und nicht weiter wissen. Man kann kucken! Was würde Beierlein tun. Auch wenn die Antworten nicht immer 100%ig passen; aber ein Ableiten ist oftmals möglich! Und wie sagte er immer so schön? Man muss das Rad nicht neu erfinden! In diesem Sinne ein herzliches Dankeschön und viel Spass beim Lesen! Ja, das Buch ist seinen Preis und die Zeit, die wir investieren allemal Wert!



© Verlag 66 GmbH, Abbildungsnachweis: montanamedia GmbH München
© Rezension/Text babypartner 2007

Meine persönlich gemachten Erfahrungen mit Hans R. Beierlein

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