
GEWICHTSZUNAHME - GLÜCK & SEGEN ODER FRUST?
Während der Zeit der Schwangerschaft ist es normal, ja ein Muss, dass Sie zunehmen und dadurch dicker werden. Für die meisten werdenden Mütter ein Glück und Segen, da sie voller Spannung und Freude ihr Kind erwarten und der „wachsende Bauch“ ein Zeichen ist, dass es wächst und die Zeit der Entbindung immer näher kommt. Praktisch wie früher, als wir noch klein waren das „Warten aufs Christkind“.
Leider gibt es aber auch werdende Muttis, die ziemlich unglücklich über die Gewichtszunahme sind und die stellen sich immer wieder die Fragen „wird das noch mehr? Und „Wie kriege ich das wieder ab“?
Für alle sei gesagt, dass Sie während der Schwangerschaft ohne Skrupel und mit ruhigem Gewissen dicker werden dürfen. Wichtig ist lediglich zu betrachten wie viel Pfund an „MEHR“ denn erlaubt und im „Normalbereich“ sind.
Gleich vorneweg! Es gibt keine eindeutige Regel und generelle Aussagen hierzu ebenfalls nicht. Kennen Sie den Spruch: „Was dem einen gut tut, schadet dem anderen?“. So ähnlich ist es auch mit der Gewichtszunahme. Wir können Ihnen auch hier nur wieder –wie so oft in unserem Service – empfehlen: „HÖREN SIE AUF IHREN BAUCH und achten Sie auf Ihr Gefühl!“.
Fachärzte sprechen davon, dass werdende Mütter, die vor ihrer Schwangerschaft eher dünn waren, ohne Sorgen und große Bedenken ruhig einige Kilos (auch ein paar zuviel) zunehmen dürfen. Schwangere, die bereits vor ihrer bestehenden Schwangerschaft etwas fülliger waren, denen wird empfohlen, auf eine kontrollierte, ja achtsame Gewichtszunahme Wert zu legen.
Fakt ist, dass sich der Kalorienbedarf einer Schwangeren ca. ab der 16 Schwangerschaftswoche um etwa 200 bis 300 kcal erhöht. Deshalb sollten Sie ab dem Moment, in dem Ihnen Ihr „Zustand“ bekannt ist, auf eine ausgewogene Ernährung achten. Diese sollten Sie während der kompletten Zeit der Schwangerschaft, aber auch in der Stillzeit auf gar keinen Fall aus den Augen verlieren. Sie wissen ja! Sie tragen jetzt Verantwortung für SICH & für Ihr Ungeborenes. Achten Sie bei Ihrer Nahrungsaufnahme vor allem dringend darauf, dass Sie den erhöhten Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen abdecken.
Kurz vor Geburt des Kindes ist es möglich, dass der Energiebedarf nachlässt bzw. sinkt. Das liegt darin begründet, dass sich Ihre Bewegung mit jeder Woche der Schwangerschaft verlangsamen wird und diese zum Ende in der Regel enorm eingeschränkt ist.
Aber auch hier gilt: Wie viel an Kalorien Sie wirklich brauchen, das muss dem tatsächlichem Bedürfnis angepasst werden.
Leider sind viele Frauen in den ersten Monaten der Schwangerschaft durch Übelkeit und auch Erbrechen geplagt.
In solch einem Fall ist es nicht selten, dass werdende Mütter in den ersten Wochen der Schwangerschaft sogar an Gewicht verlieren können. Lassen Sie sich nicht verrückt machen; das kommt durchaus – nicht mal so selten – vor. Eine Gewichtszunahme kommt in dieser Zeit dann eher nicht vor. Werden Sie nicht nervös, oder haben Sie Sorgen. Das ist nicht nötig! Behalten Sie einfach gemeinsam mit Ihrer Gynäkologin/Ihrem Gynäkologen und/oder Ihrer Hebamme Ihr Gewicht im Auge, dann ist das kein Problem. Machen Sie sich aber auf keinen Fall zum Sklaven Ihrer Waage. Sie tun damit weder Ihrem Kind, noch sich selbst – und vermutlich auch dem werdenden Papa – keinen Gefallen.
Bei jeder Routineuntersuchung wird Ihr Arzt des Vertrauens Ihr Gewicht kontrollieren und so kann jederzeit entsprechend eingegriffen werden, falls das Gewicht – in welcher Weise auch immer – aus dem Ruder läuft. Die Untersuchungen sind nötig, um notfalls – wie gesagt – rechtzeitig eingreifen zu können. Denn nehmen Sie in zu kurzer Zeit zu viel zu, dann drohen Ihnen Bluthochdruck und ein erhöhter Zuckerwert im Blut. Es kann auch zu Problemen während der Geburt an sich kommen.
Ist das Gegenteil der Fall und Sie leiden langfristig an Gewichtsverlust und nehmen nicht genügend für sich und Ihr Kind zu, so steigt die Gefahr – ja droht oftmals eine Frühgeburt, welche durchaus mit Problemen für Ihr Kind verbunden sein kann. Da ist jeder gewonnene Tag, an dem Ihr Kind noch nicht geboren wurde, ein guter Tag. Denn er gibt Ihrem Kind wieder 24 Stunden mehr Zeit für die vollständig notwendige Entwicklung.
Achten Sie daher auf einen geregelten Verlauf Ihrer Gewichtszunahme; gemeinsam mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt und/oder der Hebamme, denn wesentlich wichtiger als die Zunahme an sich ist der Verlauf der Gewichtszunahme.
Womöglich aufflammende Ideen zur Anwendung einer Diät können Sie sofort getrost vergessen! Denn das wäre sowohl sich selbst, aber auch dem ungeborenen Leben gegenüber mehr als verantwortungslos. Verwerfen Sie solche Gedanken gleich wieder; oder noch besser! Schenken Sie ihnen erst gar keinen Platz in Ihrem Kopf. Bedenken Sie dabei immer, dass Sie Ihr Kind einem Risiko aussetzen, denn bei einer Diät nehmen weder Sie, noch Ihr Kind die richtige Menge an Nährstoffen (und vermutlich auch Vitaminen) auf. Und Ihr Kind ist jetzt bereits auf Ihre Hilfe angewiesen. Sie entscheiden bereits über ihr/sein Wohlergehen mit. Außerdem laufen Sie Gefahr, dass Giftstoffe ungefiltert den Blutkreislauf erreichen. Verzichten Sie einfach drauf! Zumindest während Schwangerschaft und Stillzeit! 
Um Ihnen abschließend einen Anhaltspunkt zur Gewichtszunahme zu bieten, was „normal“ ist, so richten Sie sich bitte nach Ihrem Body Mass Index (BMI). Liegt dieser in einem mittleren Bereich, so ist eine Zunahme an Gewicht zwischen 10 und 16 kg auf die gesamte Schwangerschaft gesehen im Normalmaß.
Hebammen und Ärzte empfehlen ab dem zweiten Drittel der Schwangerschaft eine wöchentliche Gewichtszunahme von höchstens zweihundertundfünfzig Gramm.
Ab ca. dem sechsten Monat liegen Sie mit knapp einem Pfund pro Woche im „Normalbereich“.
Schwangerschaftswoche Gewichtszunahme
01.-16. Woche + ca. 2 kg
17.-22. Woche + ca. 2 kg
23.-26. Woche + ca. 2 kg
27.-39. Woche + 500 g / Woche
Franziska Scharl, babypartner 2008
|