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Brandunfälle verhindern


Brandunfälle jetzt verhindern - Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder fordert klare Entscheidung für Kindersicherheit

Bonn, 16.12.2008

Am Freitag stimmt der Bundesrat über die unbefristete Verlängerung der Feuerzeugverordnung ab. Damit steht ein Thema auf der Tagesordnung, das den Unfallschutz von Kindern unmittelbar betrifft. Deutschland ist der einzige EU-Mitgliedsstaat, der die Entscheidung der EU-Kommission zu kindersicheren Feuerzeugen noch immer nicht unbefristet in nationales Recht umgesetzt hat. Die EU-Entscheidung verbietet den Verkauf von nicht kindersicheren Feuerzeugen, Feuerzeugen mit Unterhaltungseffekten an Verbraucher, sowie Feuerzeugen, welche die Sicherheitsnorm ISO 9994 nicht erfüllen. Im vergangenen Jahr ist Deutschland seiner europarechtlichen Verpflichtung nach einer langwierigen Debatte über Prüfverfahren und Überregulierung nachgekommen: Der "Verordnung über das Inverkehrbringen kindergesicherter Feuerzeuge" (Feuerzeugverordnung) wurde am 11. März 2007 befristet zugestimmt. Sie läuft am 29.1.2009 aus. Deshalb steht der Bundesrat wieder vor einer Entscheidung, die sich zugunsten oder gegen die Sicherheit von Kindern in Deutschland auswirken kann.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Mehr Sicherheit für Kinder e.V. fordert eine eindeutige Zustimmung für die Feuerzeugverordnung. Denn wenn sie nicht verlängert wird, ist ab dem 30.1.2009 in Deutschland der Verkauf von nicht kindersicheren Feuerzeugen unbeschränkt möglich. Deutschland wird dann mit nicht kindersicheren Feuerzeugen aus alten Lagerbeständen oder mit Neuimporten nicht konformer Feuerzeuge aus EU-Mitgliedsstaaten überschwemmt werden.

- Europaweit liegt die Zahl der tödlichen Brandunfälle, die aus Spielen mit Feuerzeugen resultieren, bei 40 pro Jahr. Die Zahl der hierdurch verletzten Kinder wird in Europa auf jährlich 1.500 - 1.900 geschätzt. Legt man Zahlen aus Großbritannien zugrunde, so ist in der Bundesrepublik von mindestens 220 Kindern jährlich auszugehen, die Unfälle in Zusammenhang mit Feuerzeugen erleiden. Die Gesamtzahl der in deutschen Krankenhäusern aufgrund von Brand- und Verbrühungsunfällen stationär behandelten Kinder beträgt 6.000 pro Jahr.

- Gravierende, langwierige Brandunfälle von Kindern und die damit verbundenen Mehrkosten im Gesundheits- und Sozialsystem, wie Kosten für jahrelange Heilbehandlungen und oft lebenslange Pflege der Behinderten können reduziert werden. Die verbesserten Sicherheitsstandards haben in den USA dazu geführt, dass die Zahl der Unfälle von Kindern mit Feuerzeugen bis zu 60 Prozent zurückgegangen ist.

- Die letzte Entscheidung des Bundesrats wurde daran gebunden, dass die EU-Kommission beim Europäischen Komitee für Normung CEN eine Änderung der Norm zur Kindersicherung EN13869 beantragt. Zwischenzeitlich hat die EU-Kommission eine Änderung der Norm stark vorangetrieben.

- Die Feuerzeugverordnung ist mit keinerlei Mehrkosten für Bund, Länder oder Wirtschaft verbunden. Deutsche Hersteller verfügen mittlerweile über Lizenzen und Patente für die Produktion kindergesicherter Feuerzeuge und produzieren bereits danach.

- Es gibt keine überzeugenden fachlichen Argumente gegen die Verordnung, und alle beteiligten Fachausschüsse des Bundesrates haben für die Zustimmung plädiert. Auch der Bundesverband der Verbraucherzentralen und viele andere Organisationen sehen es als unverantwortlich an, dass sinnvolle Regelungen zur Produktsicherheit nicht umgesetzt werden, die Brände, Todesfälle und erheblichen Sachschaden verhindern können.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e.V. ruft alle Mitglieder des Bundesrates auf, ihre Stimme zum Wohle der Kinder abzugeben. "Gegen die Überregulierung zu sein oder Prüfverfahren zu kritisieren ist eine Sache - Kinderleben durch praktische Sicherheitsmaßnahmen zu retten eine andere", sagt Martina Abel, Geschäftsführerin der BAG. "Legen Sie den Grundstein dafür, dass in Deutschland nur noch kindersichere Feuerzeuge auf dem Markt zugelassen werden", fordert Abel. Der Appell wird unterstützt durch Paulinchen, der Initiative für brandverletzte Kinder, die die gravierenden Folgen von Feuerunfällen aus Sicht der Betroffenen genau kennt. "Selbst wenn durch die neue Verordnung "nur" 200 Kinder vor Schaden behütet werden, so sind dies 200 Kinder mit schweren Verbrennungen, lebenslangen Narben oder Behinderungen, traumatisierte Familien und hohe Folgekosten" gibt Adelheid Gottwald, die Vorsitzende der Initiative zu bedenken.


"Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e.V."
Die "Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Mehr Sicherheit für Kinder e.V." mit Sitz in Bonn ist ein bundesweit tätiger Verein. Die BAG informiert durch Veröffentlichungen auf ihrer Webseite www.kindersicherheit.de und in ihrem Internetforum www.elternforum-kindersicherheit.de über Kinderunfälle und deren Verhütung und gibt zahlreiche Broschüren zur Kindersicherheit heraus. Gemeinsam mit dem Hauptförderer Johnson & Johnson und unterstützt durch das Bundesministerium für Gesundheit setzt sich die BAG dafür ein, Kinderunfälle zu reduzieren, innovative Präventionsmaßnahmen für Heim und Freizeit sowie Kooperationen auf nationaler und internationaler Ebene voran zu bringen. Mitglieder sind unter anderem Ärzte- und Sportverbände sowie Rettungsorganisationen und technische Dienstleister.

Quelle: BAG, Bonn im Dezember 2008

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