
Kinderarmut muss gemeinsam überwunden werden
KKH-Chef fordert: Armut darf unsere Kinder nicht krank machen
Hannover, 5. November 2008
Die Kaufmännische Krankenkasse (KKH) unterstützt die heutige öffentliche Anhörung der Kinderkommission im Deutschen Bundestag, um Strategien zur Überwindung von Kinderarmut zu entwickeln. „Wir müssen Kinderarmut und die damit meist verbundene schlechte Gesundheit der Kinder als gesamtgesellschaftliche Aufgabe betrachten“, fordert Ingo Kailuweit, Vorstandsvorsitzender der KKH. „Armut darf unsere Kinder nicht krank machen.“
Denn Bildung und Einkommen der Eltern sind entscheidend für die gesundheitliche Entwicklung der Kinder. So ergab eine in diesem Jahr aktuell veröffentlichte Studie der KKH zur Versorgung von Schwangeren und jungen Müttern, dass Frauen aus sozial besser gestellten Schichten die kostenlosen Vorsorgeangebote stärker nutzen als sozial schwächer gestellte Schwangere. „Es reicht also nicht, neue Angebote zu schaffen, wenn diese nur von Eltern höherer Schichten wahrgenommen werden“, erklärt Kailuweit. Alle Versicherten müssten von einer guten medizinischen Vorsorge gleichermaßen profitieren. Für eine nachhaltige Präventionsarbeit seien alle Mitspieler im gesamten Sozialsystem gefordert. „Wir können eine Chancengleichheit nur dann erzielen, wenn wir genügend Partner haben“, betont Kailuweit, dazu gehöre auch der Gesetzgeber. Die KKH fordert ein Präventionsgesetz speziell für Kinder und engagiert sich selbst für:
1. Bessere Erzieherausbildung und Qualitätsstandards für Kitas und Kindergärten.
2. Aufnahme eines Fachs Gesundheit, Ernährung und Bewegung in der Schule, mehr
Schulsport und gesundes Essen in der Schule.
3. Einbeziehung der Eltern durch Infoveranstaltungen, Coaching und Broschüren.
Bei Eltern in allen Bevölkerungsschichten müsse durch Aufklärung noch stärker ein Pflichtbewusstsein geweckt werden. Kailuweit: „So müssen wir zum Beispiel alle Eltern dazu bringen, mit ihren Kindern regelmäßig zu Vorsorgeuntersuchungen zu gehen.“
Die Krankenkassen können hier eine wichtige beratende Funktion einnehmen, damit Armut Kinder gar nicht erst krank macht. Die KKH engagiert sich seit Jahren auf dem Gebiet der Kindergesundheit und hat im vergangenen Jahr unter anderem mit dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte eine Vereinbarung über drei zusätzliche Vorsorgeuntersuchungen abgeschlossen
Quelle: KKH Hannover, im November 2008