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Woche des Sehens


Die Woche des Sehens
vom 9. bis 15. Oktober 2008

Blindheit verstehen und verhüten!
 
Gutes Sehen ist nicht selbstverständlich. Häufig fällt das erst auf, wenn die eigene Sehleistung nachlässt oder sogar Erblindung droht.

Auch dieses Jahr machen die Partner der Woche des Sehens auf die Bedeutung von gutem Sehvermögen und die Ursachen von Blindheit aufmerksam.

Die Schwerpunktthemen der diesjährigen Woche des Sehens sind:

Frühvorsorge rettet Augenlicht
Augenärztliche Untersuchungen bei Kleinkindern!

Das Sehen ist neben dem Hören unser wichtigster Sinn. Die Eindrücke der Augen werden dem Gehirn durch die Sehnerven und einige Zwischenstrukturen zugeleitet. Dies ist ein überaus komplexer Vorgang, der gerade im Baby- und Kleinkindalter sehr störanfällig ist.

Die „sensitive Phase“! Die Anfangszeit des Sehens nennt man die „sensitive Phase“, die charakteristischerweise die empfindlichste Phase der Sehentwicklung ist. Wenn innerhalb dieser Zeitspanne, die beim Menschen in den ersten beiden Lebensjahren liegt, ein Auge schlechter sehen lernt als das andere, entsteht eine sog. Sehschwäche oder Amblyopie. Ursachen hierfür können z. B. in einer angeborenen Trübung der Augenlinse (Katarakt) liegen, die das Erlernen von gutem Kontrastsehen verhindert. Unerkannte Weitsichtigkeit, Kurzsichtigkeit oder Stabsichtigkeit – das sind sogenannte optische Brechungsfehler – führen je nach Ausmaß ebenfalls zu dauerhaft schlechtem Sehen, wenn nicht frühzeitig etwas dagegen getan wird. In solchen Fällen wäre das eine Brillenverordnung, die auch schon mal im Babyalter nötig ist. Die häufigste Ursache für das Entstehen einer Sehschwäche in den ersten Lebensmonaten ist jedoch unerkanntes und unbehandeltes Schielen.

In Notfällen sollte man sein Kind sofort und ohne Zögern zum Augenarzt bringen. Auch bei Auffälligkeiten, wie z.B. einer weißen Pupille, Augenzittern oder fehlendem Blickkontakt muss eine augenfachärztliche Untersuchung unverzüglich vorgenommen werden.

Augenärzte fordern deshalb die fachärztliche Prüfung des frühkindlichen Sehvermögens innerhalb des ersten Lebensjahres bei jeglicher Auffälligkeit oder bei bekannter familiärer Belastung. Spätestens im dritten Lebensjahr jedoch muss eine Untersuchung der kindlichen Sehfunktionen auf fachärztlicher, kompetenter Grundlage erfolgen.

Blindes Kind - dunkle Zukunft?
Blinde Kinder haben ein Recht auf Chancengleichheit in der Bildung!

In Deutschland können blinde und sehbehinderte Kinder in einer speziellen Förderschule oder gemeinsam mit sehenden Kindern in der allgemeinen Schule unterrichtet werden. Leider sind die Qualifikation der Lehrkräfte, die sonderpädagogische Betreuung sowie die Versorgung mit notwendigen Hilfsmitteln an allgemeinen Schulen häufig unzureichend.

Fehlende Qualitätsstandards behindern eine gleichberechtigte Teilhabe an der Bildung ebenso wie unterschiedlichste Frühförderbedingungen in den einzelnen Bundesländern, die durch einheitliche Richtlinien ersetzt werden müssen. Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. (DBSV) und der Deutsche Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf e.V. (DVBS) machen während der Projektwoche auf Missstände in der deutschen Blindenbildungspolitik aufmerksam und setzen sich für die Förderung und Gleichberechtigung blinder und sehbehinderter Kinder ein.

Mehr Hintergrundinformationen, z. B. zur Schulform finden Sie auf der Homepage
www.woche-des-sehens.de

Afrika: Eine Kapsel rettet Auge und Leben
VISION 2020 - Das Recht auf Augenlicht

Wussten Sie dass,
· 37 Millionen Menschen erblindet sind, 90 % davon in den Entwicklungsländern
· 80% der weltweiten Blindheit vermeidbar wäre
· in Afrika durchschnittlich ein Augenarzt eine Million Menschen versorgt
  (Deutschland: 1:13.000)
· 90 % aller blinden Kinder keine Schule besuchen können

Um dies zu ändern, gibt es seit sieben Jahren die globale Kampagne „VISION 2020 – Das Recht auf Augenlicht”. Sie hat zum Ziel, dass bis zum Jahr 2020 weltweit niemand mehr an vermeidbaren oder behandelbaren Ursachen erblinden soll. Allein die Hälfte aller blinden Menschen leidet am Grauen Star und könnte durch eine Operation geheilt werden. Obwohl in den „Entwicklungsländern” vergleichsweise kostengünstig, ist diese Operation für viele Menschen dennoch unerschwinglich.

Hier helfen die Christoffel-Blindenmission, das Hilfswerk der Deutschen Lions und das Deutsche Komitee zur Verhütung von Blindheit. Sie unterstützen Augenkrankenhäuser, mobile Augenkliniken und die Ausbildung von einheimischen Augenärzten und Augenkrankenschwestern. In der Woche des Sehens zeigen die Hilfswerke, wie mit wenig Geld viel bewirkt werden kann. Z.B. kostet eine Operation am Grauen Star in Entwicklungsländern durchschnittlich nur 30 Euro (bei Kindern mit Vollnarkose 125 Euro).

Vitamin A zur Rettung von Augenlicht
Kinderblindheit in Entwicklungsländern

Noch immer erblinden täglich viele Kinder, obwohl ihnen mit einfachsten Mitteln geholfen werden könnte. Die WHO schätzt die Zahl der Kinder, die ihr Augenlicht bereits verloren haben, auf 1,4 Millionen. Die Folgen dieses Verlusts sind dramatisch. In Entwicklungsländern sterben etwa 60 Prozent im ersten Jahr nach ihrer Erblindung. Aber auch für die Kinder, die überleben, bleibt das Leben hart. Einen Beruf können sie später nur selten erlernen und ausüben.

Beispiel Vitamin-A-Mangel
Blindheit kann auch durch Mangel entstehen. Zum Beispiel, wenn die Nahrung den Körper nicht ausreichend mit Vitamin A versorgt (Xerophthalmie). Besonders bei Kindern führt dieser Mangel häufig zur Erblindung. Ohne Vitamin A beginnt die Hornhaut auszutrocknen. Sie trübt sich und reißt schließlich. Beschleunigt wird der Vorgang durch Masern, denn bei dieser Infektionskrankheit wird viel Vitamin A verbraucht. Erblindet ein Kind durch Xerophthalmie, ist sein Augenlicht unwiederbringlich verloren.

Vitamin-A-Kapseln als Gegenmaßnahme
Als Gegenmaßnahme geben die internationalen Hilfswerke Vitamin-A-Kapseln an Kinder und stillende Mütter aus. Die Verteilung einer Kapsel kostet nur 1 Euro. Darüber hinaus wird versucht, Vitamin-A-reiches Obst und Gemüse in der Ernährung einzuführen und dessen Anbau zu fördern. Masernimpfungen senken das Risiko zusätzlich.


Bilder und Quelle:
Woche des Sehens, c/o Deutscher Blinden- u. Sehbehindertenverband e.V. (DBSV) Berlin im Oktober 2008

 

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