
„Es ist eine traurige Tatsache, dass jedes Jahr über eine halbe Million Frauen auf Grund von Komplikationen während der Schwangerschaft oder der Geburt ihr Leben verlieren“, sagte Peter Salama, der Leiter der weltweiten Gesundheitsprogramme von UNICEF. „Die Ursachen sind bekannt - genauso wie die Mittel, wie man dies verhindern kann. Trotzdem geht das Sterben weiter.“
Bei keinem anderen Gesundheitsindikator sind die Menschen in den Entwicklungsländern gegenüber den Industrieländern so stark benachteiligt. So ist das Risiko einer Frau, an den Folgen einer Schwangerschaft zu sterben in den Entwicklungsländern eins zu 76. In den Industrieländern liegt es bei eins zu 8.000. Am schwierigsten ist die Situation im westafrikanischen Niger, wo von sieben Müttern eine nicht überlebt.
„Während einer Geburt steht eine Frau mit einem Fuß im Grab“
(Sprichwort von den Philippinen)
Die Haupttodesursachen sind Blutungen, unzureichende Ernährung in Kombination mit Krankheiten wie Malaria oder HIV/AIDS sowie Bluthochdruck und Vergiftungen. Viele arme Frauen haben keine Möglichkeit während der Schwangerschaft einen Arzt aufzusuchen. Hierdurch werden mögliche Komplikationen oftmals nicht rechtzeitig erkannt. Die Frauen arbeiten meist bis kurz vor der Geburt und bringen ihr Kind oftmals ohne jede fachliche Hilfe zur Welt. Eine weitere Gefahr sind so genannte „unsichere“ Abtreibungen. Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass jedes Jahr allein zwischen 2,2 und vier Millionen Jugendliche eine „unsichere“ Abtreibung durchführen lassen.
Fortschritt ist möglich
UNICEF unterstreicht, dass die meisten Todesfälle zu verhindern wären. Hierzu müssen vor allem die Betreuung während der Schwangerschaft und der Geburt sowie die Nachsorge in den ersten Monaten verbessert werden. So müssen dringend mehr Hebammen ausgebildet und der Zugang zu einer medizinischen Notversorgung bei Komplikationen verbessert werden. Dass Erfolge in diesem Bereich möglich sind zeigt die Tatsache, dass seit 1990 in einigen Regionen Asiens der Anteil der Geburten, bei denen ausgebildetes Gesundheitspersonal anwesend war, von 31 auf 40 Prozent anstieg. Genauso wichtig ist die frühzeitige Beratung und Unterstützung von Mädchen und Frauen zum Thema Schwangerschaft und Fragen der Familienplanung.
UNICEF Deutschland unterstützt in zahlreichen Ländern Programme zur Ausbildung von Hebammen und der Verbesserung der Gesundheitsversorgung von schwangeren Frauen und Neugeborenen - so zum Beispiel in Benin, Sierra Leone und Buthan.
Quelle: UNICEF im September 2008
Foto: UNICEF / Ami Vitale