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Mehr Bildung? Mehr Vorsorge?


KKH-Schwangerenstudie:
Akademikerinnen sorgen stärker vor als Hauptschülerinnen
Bildung und Einkommen maßgebend für Inanspruchnahme von Vorsorgeangeboten

Hannover, 17. September 2008 – Inwieweit Frauen während der Schwangerschaft Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen in Anspruch nehmen, hängt stark von ihrem Bildungsabschluss und ihrem Einkommen ab. Das ist das Ergebnis einer Studie der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) zur Versorgung von Schwangeren und jungen Müttern. „Frauen aus sozial besser gestellten Schichten nutzen die kostenlosen Vorsorgeangebote stärker und lassen deutlich mehr selbstzahlungspflichtige Zusatzdiagnostik vornehmen als sozial schwächer gestellte Schwangere“, fasst Dr. med. Elisabeth Siegmund-Schultze, Fachärztin für Gynäkologie und Leiterin der Studie bei der KKH, zusammen. Gleichzeitig benötigen Frauen aus sozial schwächeren Schichten aber wesentlich mehr medizinische Behandlungen. So lagen die Krankenhauskosten für Frauen mit einem niedrigen Einkommen während der Schwangerschaft 60 Prozent über denen für Frauen mit einem hohen Einkommen.

„Eine erfolgreiche Vorsorge mindert den späteren Unterstützungsbedarf“, fasst Siegmund-Schultze zusammen und fügt hinzu: „Unterschiede gibt es auch in den Krankenkassenausgaben für den Nachwuchs der jungen Mütter.“ In den ersten vier Lebensmonaten verursachten die Babys einkommensschwacher Mütter im Durchschnitt wesentlich höhere Kosten für stationäre Behandlungen sowie für Arzneimittel als die Kinder einkommensstarker Mütter.

Weitere Ergebnisse der Studie: 86 Prozent der Hochschulabsolventinnen besuchten einen Geburtsvorbereitungskurs, während nur 40 Prozent der Hauptschülerinnen ohne Ausbildung an einem solchen Kurs teilnahmen. Siegmund-Schultze: „Auffällig ist auch, dass nur 22 Prozent der Frauen mit Hauptschulabschluss von ihren Partnern zu mindestens einem Arztbesuch begleitet wurden. Demgegenüber war dies bei 62 Prozent der Hochschulabsolventinnen der Fall.“ Umso dringender ist laut Siegmund-Schultze die Begleitung junger Mütter durch Hebammen.

Die Studie basierte auf einer Befragung von 13.000 KKH-versicherten Frauen, die im Jahr 2005 ein Kind geboren haben. Zusätzlich wurden anonymisierte Abrechnungsdaten entbundener Versicherter ausgewertet. Die Studie wurde aktuell in der Fachzeitschrift „Gesundheitsökonomie und Qualitätsmanagement“ veröffentlicht.

Die Kaufmännische Krankenkasse (KKH) ist Deutschlands viertgrößte bundesweite Krankenkasse mit rund zwei Millionen Versicherten. Sie gilt als Vorreiter für innovative Behandlungsmodelle in der gesetzlichen Krankenversicherung. Mehr als 4.300 Mitarbeiter bieten einen exzellenten Service, entwickeln zukunftsweisende Gesundheitsprogramme und unterstützen die Versicherten bei der Entwicklung gesundheitsfördernder Lebensstile. Das jährliche Haushaltsvolumen beträgt über vier Milliarden Euro. Hauptsitz der KKH ist Hannover.

Quelle: KKH Hannover im September 2008

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