Eging, 08. September 2008
Offener Brief an Ministerin Stewens
Sehr geehrte Frau Stewenes, eigentlich sollte man annehmen, dass Sie als Mutter von 6 Kindern am ehesten die Ängste und Nöte von Familien verstehen können, wenn diese sich um die medizinische Versorgung ihres Nachwuchses Gedanken machen.
Scheinbar ist dies aber nicht der Fall und was uns dabei am meisten aufstößt ist die Tatsache, dass Sie zu einer bisher nicht veröffentlichen Studie Stellung nehmen. Wir fragen uns natürlich … Wie kommt`s?
Kaum jemand wird dabei wohl nicht hellhörig. WARUM nehmen Sie zu einer Studie Stellung, die Sie bisher noch nicht mal kennen? Haben Sie Angst, dass in der Studie Dinge stehen, die das ach so katholische Bayern und die (noch?) vorherrschende Regierung – nämlich die christliche CSU – in einem schlechten Licht dastehen lassen? Oder geht es lediglich darum, dass man einfach grundsätzlich nicht zugeben will, dass zwar laut Ihren eigenen Aussagen in den letzten 25 Jahren 18 Milliarden Euro investiert worden sind, womöglich aber falsch?
Nur weil viel Geld ausgegeben wurde, heißt das nicht, dass die verschossenen Summen auch gut investiert wurden. Davon gibt’s ja auch in Bayern genügend Beispiele – siehe Investitionen der Bayerischen Landesbank. Da werden Sie uns sicherlich zustimmen!
Dass in eine flächendeckende medizinische Versorgung für Kinder investiert worden ist, das scheint ja nur bedingt der Wahrheit zu entsprechen, da wohl die Studie des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, welche am Mittwoch veröffentlicht wird, das Gegenteil beweist.
Und nur weil ein Arzt vor Ort ist, bedeutet dies noch lange nicht, dass das ausreicht. Wie definieren Sie denn das Wort „gewährleistet“? Und wie das Wort „bedarfsgerecht“? Heißt das, dass Sie Krankheiten von Mengenlehre abhängig machen? Hat nicht jedes einzelne Kind in Deutschland das Recht auf eine perfekte (UN-KRK = Recht auf Inanspruchnahme von Einrichtungen zur Behandlung von Krankheiten und zur Wiederherstellung der Gesundheit) – und nicht nur – bedarfsgerechte Betreuung?
Fast lustig finden wir ja Ihre überschnelle Reaktion allein schon auf die angekündigte Studie. Wir glauben = Daaaaa steckt noch viel mehr dahinter. Da stinkt der Fisch vermutlich mal wieder vom Kopf bis zur Flosse. Ansonsten verstehen wir derart überschnelle Reaktionen überhaupt nicht. Derart übereilte Reaktionen auf Studien, die noch nicht mal veröffentlicht sind, lassen doch nur den Schluß zu, dass ein Nerv getroffen wurde….
Auf unsere Nachfrage bei der Pressestelle des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes wurde uns von dort sehr glaubhaft versichert, dass die Studie bisher nicht in Ihrem Haus vorliegt. Warum reagieren Sie dann so, als hätte Sie nicht nur eine Wespe gestochen, sondern als wären Sie gleich in ein ganzes Wespennest gefallen?
Wir, die wir uns als Vertreter der Eltern sehen, finden es ein starkes Stück, dass gerade auch die CDU/CSU mit dem Thema „Kinder“ auf Wählerstimmenfang geht und letztendlich durch solche verdrehten Aussagen die Eltern und damit deren Kinder bereits vor der Wahl wieder mal für dumm verkauft.
Gerne stehen wir für ein Interview zur Verfügung und erwarten mit Interesse Ihre Stellungnahme.
Ihre Petra Eibl
von babypartner.de
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