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Armes Bayern


10. September 2008

Jetzt haben wir es amtlich! Das katholische Bayern versorgt seine Kinder schlecht!

Böse Zungen könnten sagen – erst auf den Geburten der Kinder bestehen und sich dann nicht darum kümmern!

So hart wollen wir es einmal nicht formulieren! ABER sicher ist – das beweist eine Studie des Paritätischen Wohlfahrtverbandes – die Kinder in Bayern – vor allem in Nordostbayern sind medizinisch am schlechtesten in ganz Deutschland versorgt!

Viele – wie auch wir – werden sich fragen: Wie kann das in Deutschland, diesem Hightech-Land passieren? Wie konnte es so weit kommen? Was läuft und lief in den letzten Jahren schief?

Vor allem aber: „Was bedeutet es denn letztendlich für die Betroffenen, wenn sie schlecht versorgt sind? Welche Auswirkungen hat das? Worauf muss man sich einstellen, wenn man Mutter, Vater oder Eltern in (Nordost-)-Bayern werden will, oder gar schon ist.

Fakt ist, Nordostbayern hat viel zu wenig Ärzte, Psychotherapeuten und zudem auch noch keine ausreichende Anzahl an Krankenhausbetten für Kinder. Das Vorstandsmitglied des bayerischen Landesverbandes des Paritätischen Wohlfahrtverbandes, Knut Lehmann brachte es auf den Punkt: „In kaum einem Landstrich in Deutschland sei die Versorgung von Kindern so schlecht wie im Nordosten des Freistaats“, so gab er bekannt.

Ups … ein Punkt mehr, der die Region zwischen Regensburg und Hof trifft. Gerade dieser Landabschnitt liegt sowieso schon unter ferner liefen, wenn man das Einkommensgefüge - und damit den Spielraum für Eltern - betrachtet. Und jetzt läßt von Jahr zu Jahr auch noch die medizinische Versorgung mehr als zu wünschen übrig?

Lehmann zu folge schneide gerade dieser ländliche Raum  grundsätzlich schlecht ab und er forderte, dass die ohnehin benachteiligten Kinder aus sozial schwachen Familien nicht zusätzlich durch eine schlechte medizinische Versorgung leiden dürften, die defizitären Versorgungsstrukturen in Bayern, insbesondere in Nordostbayern, beseitigt werden und die Lebensverhältnisse – vor allem für Kinder - überall gleich sein müssen.

Wir von babypartner gehen noch einen Schritt weiter. Wir fragen uns, welche Chancen haben Kinder aus sozialen Brennpunkten später im Leben? Ist ihre Vita allein dadurch schon verunstaltet - in Bayern sagt man dazu ja "verhunzt", dass sie in diese schwache Regionen und Landkreise hineingeboren werden? Werden sie öfters? länger? gar langwieriger und womöglich auch noch schwerer krank, als Kinder, die z. B. in der bayerischen Landeshauptstadt mit Herz – in München - das Licht der Welt erblicken?

Da erscheint die Stellungnahme der Sozialministerin von Bayern, Christa Stewens, am 05. September 2008 in der Mittelbayerischen Zeitung, geradezu lächerlich, wenn sie behauptet, dass die Versorgung für Kinder in Nordostbayern genauso gut ist, wie in München. Im Ernst - liebe Frau Stewens - haben Sie den Bericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes gelesen, oder einfach nur auf Pressemeldungen reagiert, die bereits VOR der eigentlichen Pressekonferenz, die ja heute erst stattfand, die Runde machten?

Weiter fragen wir uns: Gefährdet ein derart desolater Zustand in der medizinischen Versorgung womöglich gar Leib und Leben unserer Mädchen und Buben bewusst und alle kucken mal wieder weg?

Fragen, denen wir auf die Schliche kommen werden; DAS versprechen wir Ihnen und baten um einen Interviewtermin mit Julia von Seiche-Nordenheim, Bundesvorsitzende und Pressesprecherin AKIK (Aktionskomitee Kind im Krankenhaus) e.V.

Vorab hierzu bereits HIER die schriftliche Stellungnahme des Bundesverbandes!

Herr Hipp - allzeit im Sinne unserer Kleinsten unterwegs - würde es so ausdrücken: "Dafür stehe ich mit meinem Namen".

Herzlichst

Ihre Petra Eibl
 
 

Fotos/Bilder:
Knut Lehmann, Paritätischer Wohlfahrtsverwand
Grafiken, Paritätischer Wohlfahrtsverband
Julia von Seiche-Nordenheim, AKIK

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