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Frühe Förderung für Frühchen


Frühe Förderung für Frühchen

Wie lassen sich Entwicklungsverzögerungen bei Frühgeborenen bereits im Säuglingsalter feststellen und behandeln? Dieser Frage gehen Psychologen und Mediziner im neuen Babylabor des Universitätsklinikums Heidelberg nach.

Universitätsklinikum Heidelberg richtet Babylabor ein! 
Entwicklungsstörungen früher erkennen und behandeln!
Vodafone-Spende für technische Ausstattung!

Wie lassen sich Entwicklungsverzögerungen bei Frühgeborenen bereits im Säuglingsalter feststellen und behandeln? Dieser Frage gehen Psychologen und Mediziner im neuen Babylabor des Universitätsklinikums Heidelberg nach. Eine Spende von Vodafone über 5.600 Euro hat die technische Ausstattung des Labors großzügig unterstützt.

Die Experten vergleichen das Blickverhalten von Frühgeborenen mit dem von reif geborenen Säuglingen und erhalten somit Hinweise auf die geistige Entwicklung: Im Rahmen der Studie "Guck mal" - eine fächerübergreifende Kooperation des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin Heidelberg und des Psychologischen Instituts der Universität Heidelberg - werden den Kleinen im Babylabor Bilder und kurze Filme gezeigt oder Spielsachen angeboten, Kameras nehmen die Blicke der Babys auf. Mit Hilfe dieser Aufnahmen können die Forscher anschließend das Blickverhalten und damit Aufmerksamkeits- und Denkprozesse untersuchen.

Geistige Schwächen oft zu spät erkannt

Frühgeborene fallen oft noch in der Schulzeit durch Lern-, Aufmerksamkeits- und Gedächtnisschwächen auf. Abhilfe schaffen kann gezielte Förderung - je früher desto besser. Geistige Entwicklungsstörungen werden jedoch im Gegensatz zu motorischen Störungen und spastischen Lähmungen oft erst spät erkannt. "Aktuelle Entwicklungstests, die in der Frühgeborenen-Nachsorge angewandt werden, liefern besonders im Säuglingsalter oft unzureichende Ergebnisse zur Vorhersage der weiteren geistigen Entwicklung", erklären die Diplom-Psychologinnen Andrea Wittke und Gitta Reuner, die gemeinsam die Studie am Sozialpädiatrischen Zentrum des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin leiten.

Ziel ist es deshalb, die Tests zu verfeinern und Analysemethoden aus der Grundlagenforschung in die klinische Praxis zu übertragen. "Der Bedarf nach früher Diagnose und Förderung steigt", sagt Professor Dr. Joachim Pietz, Leiter der Klinik für Pädiatrische Neurologie. "Durch die Reproduktionsmedizin und die dadurch häufiger werdenden Mehrlingsgeburten sowie durch das zunehmende Durchschnittsalter werdender Mütter haben Frühgeburten zugenommen."

Studie "Guck mal": Babys gesucht

Für die Studie "Guck mal" werden ab sofort sechs bis sieben Monate alte Babys gesucht - sowohl solche, die zum normalen Zeitpunkt nach der 37. Schwangerschaftswoche geboren wurden als auch zu früh Geborene. Das Aufmerksamkeitsverhalten der Babys wird mit 7 und 11 Monaten im Babylabor untersucht. Mit 7 und 24 Monaten erfolgt ein Entwicklungstest. Die einfachen Aufgaben dauern circa eine Stunde inklusive Pausen. Auf Wunsch werden die Eltern über die Ergebnisse informiert. Bei Auffälligkeiten können auch Kinder, die nicht zu früh geboren wurden, bis ins Vorschulalter am Nachsorge- und Betreuungsprogramm im Sozialpädiatrischen Zentrum der Klinik teilnehmen. So können Lern-, Aufmerksamkeits- oder Gedächtnisprobleme bei den Kleinen noch vor der Einschulung erkannt und behandelt werden.

Interessierte Eltern wenden sich bitte an:
Diplom-Psychologin Andrea Wittke und Dr. Dipl.-Psych. Gitta Reuner
Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin
Universitätsklinikum Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 39133 (zeitweise ist ein Anrufbeantworter geschaltet)

Weitere Infos auch im Internet:
www.klinikum.uni-heidelberg.de/Babylabor.111130.0.html

Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg, 01.09.2008
Foto: Universitätsklinikum Heidelberg

 

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