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Kindergelderhöhung


18.11.2007
 
Lausitzer Rundschau: 
Kindergelderhöhung soll später kommen: Wer arbeitet, wird bestraft 

Cottbus - Kinder bilden ein Armutsrisiko. Dazu müssen die Eltern nicht einmal arbeitslos sein. Problematisch wird es schon, wenn Mutter und Vater zu den Durchschnittsverdienern zählen. So hat es erst vor wenigen Tagen eine Studie des Deutschen Kinderhilfswerks ermittelt. Besonders diesen Eltern wird es sauer aufstoßen, dass die Bundesregierung die nächste Kindergelderhöhung quasi auf den Sankt Nimmerleinstag verschieben will. Es ist noch gar nicht lange her, da wurde ernsthaft über einen kompletten Ausfall der Erhöhung diskutiert, um das frei werdende Geld für die öffentliche Kleinkinderbetreuung umzuwidmen. Dass Eltern mit Kindern im schulpflichtigen Alter auf diese Weise eklatant benachteiligt würden, dämmerte manchen Familienpolitikern reichlich spät. Bleibt zu hoffen, dass die Bundesregierung auch noch einmal über ihren Verschiebungsbeschluss nachdenkt. Es ist eben nicht so, dass das Kindergeld ein großherziges Geschenk des Staates wäre. Vielmehr handelt es sich um eine Vorauszahlung auf die Steuerentlastung durch den Kinderfreibetrag. Durch ihn sollen der unmittelbare Unterhalt sowie die Betreuungsaufwendungen für das Kind vom Fiskus verschont bleiben. Gerade deshalb darf die Regierung nicht nach Gutdünken vorgehen.

Bedürftige Familien auf Hartz-IV-Niveau sollen stärker vom neuen Instrument des Kinderzuschlags profitieren. Hier will die Regierung Akzente setzen. Das eine schließt das andere aber nicht aus: Gerade Durchschnittsverdiener sind dringend auf ein paar mehr Euro Kindergeld angewiesen. Wer aus eigener Kraft seinen Lebensunterhalt verdient, den darf der Staat nicht bestrafen. Die jüngste Studie des Kinderhilfswerks sollte der Regierung eine Mahnung sein.

Quelle: Lausitzer Rundschau
lr@lr-online.de 

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