Bonn/Würzburg, 29.3.2006 — Das bundesweite Behandlungsnetzwerk HIT , gefördert von der Deutschen Kinderkrebsstiftung mit 900.000 Euro pro Jahr, tagte am 24. und 25. März in Würzburg. „HIT“ steht für Hirntumor – eine Erkrankung mit immer noch unbefriedigenden Heilungschancen, verglichen mit Leukämie oder anderen Tumoren des Kindesalters. Jedes Jahr erkranken in Deutschland rund 400 Kinder neu an einem Hirntumor. Durch die Zusammenarbeit vieler medizinischer Fachbereiche im HIT-Netzwerk und die Behandlung der Kinder im Rahmen so genannter Therapieoptimierungsstudien werden kontinuierlich Verbesserungen in Diagnostik, Therapie und Nachsorge erreicht.
Das Tagungskonzept der Deutschen Kinderkrebsstiftung, eine Kombination von Experten- und Patientenprogramm, ist auf breite Resonanz gestoßen. Rund 450 Teilnehmer kamen nach Würzburg: Ärzte und Wissenschaftlicher aus den Bereichen der Kinderonkologie, Neurochirurgie, Strahlentherapie und anderer Disziplinen, Psychoonkologen, Pflegekräfte, jugendliche Patienten und mehr als 200 Eltern betroffener Kinder.
Erfahrungsaustausch untereinander, aktuelle medizinische Informationen und die Möglichkeit, in Workshops mit den Experten auch individuelle Probleme zu diskutieren, – diese Angebote der Tagung wurden von Eltern hirntumorkranker Kinder besonders geschätzt und gern genutzt.
„Die Diskussion mit den Betroffenen brachte uns Ärzten wichtige Impulse, die auf unsere Arbeit nachhaltig wirken wird“, resümierte Oberarzt Dr. Stefan Rutkowski, Kinderonkologe an der Universitätsklinik Würzburg und einer der wissenschaftlichen Leiter der Tagung.
Nachsorge und Rehabilitation von Kindern und Jugendlichen mit einer Hirntumorerkrankung waren Schwerpunktthemen des gemeinsamen Tagungsprogramms. Oft müssen die Kinder mit therapie- oder tumorbedingten Folgeerscheinungen und Behinderungen leben. Gravierende neurologische Ausfälle sind nicht selten, die zum Beispiel die Gehfähigkeit, die Sprache oder die Feinmotorik betreffen. Erstaunliche Verbesserungen können erreicht werden, wenn die Rehabilitation so früh wie möglich einsetzt, idealerweise schon während der onkologischen Therapie. Dazu Renate Heymans von der Deutschen Kinderkrebsstiftung:„Wichtig ist uns, dass verbindliche strukturierte Nachsorgeempfehlungen im Sinne einer vertikalen Vernetzung allen beteiligten Ärzten sowie den Patienten zugänglich gemacht werden.“
(Quelle: Kinderkrebsstiftung 2006)Pressekontakt der Kinderkrebsstifung: Sabine Sharma
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