Frauen, die zu Beginn der Schwangerschaft unterernährt sind, haben ein erhöhtes Frühgeburtsrisiko. Dies haben neuseeländische Forscher mit Tests an Schafen herausgefunden.
Anlass einer Studie der Universität von Auckland war ein Anstieg von Frühgeburten in den USA und in anderen Ländern. Am Beispiel von Schafen ließen sich Schwangerschaftsprobleme bei Menschen gut erforschen. Die Wissenschaftler stellten fest, dass Schafe, die 60 Tage vor und 30 Tage nach der Paarung nicht mehr ausreichend Nahrung bekamen, ihre Lämmer zu früh zur Welt brachten.
„Sollten die Daten auf Menschen übertragen werden können, dann deutet es auf ein erhöhtes Risiko von Frühgeburten infolge einer Unterernährung hin“, so Frank Bloomfield, Kinderarzt der Universität Auckland.
Sessions Cole, Spezialist für Frühgeburten an der Washingtoner St. Louis School of Medicine, hält die Ergebnisse für bedeutend: „Es belegt unsere Vermutung, dass die Ernährung der Mutter um den Zeitpunkt der Empfängnis für die gesamte Schwangerschaft von Bedeutung ist.“
Bloomfield stellte eine hormonelle Ursache für den Zusammenhang zwischen Ernährung und Geburtszeitpunkt bei den Schafen fest: „Durch Unterernährung wird die Adrenalindrüse aktiviert. Dadurch wiederum steigt der Kortisolspiegel des Fötus früher als üblich an, wodurch die Geburt früher eingeleitet wird.“ Extremes Fasten oder Diäten könnten beim Menschen zu ähnlichen Ergebnissen führen und Frühgeburten verursachen, warnt der Forscher.
Frühgeburten sind eines der größten Probleme der öffentlichen Gesundheit in den USA: Unterentwickelte Kinder haben eine hohe Sterberate im ersten Lebensjahr und die Gefahr von Herz,- Lungen- oder Hirnstörungen ist weit größer. Die Frühgeburtenquote stieg in den vergangenen 20 Jahren von 9,4 auf 12 Prozent. Rund eine halbe Million Kinder kommen in den USA jährlich zu früh auf die Welt. Die genauen Ursachen sind bislang nicht gefunden.
(Quelle: Rheinische Post)
© 2008, babypartner
|